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Rohstoffeffizienz

Branchenspezifischer und globaler Hintergrund

Innovative Ziegel werden vor allem in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern hergestellt. Das ist kein Zufall, denn hier wird seit Jahrzehnten intensiv an der Optimierung des über 6000 Jahre alten Baustoffklassikers gearbeitet. Sei es der glasierte Großformatdachziegel, die moderne Klinkerfassade oder der mit ausgeklügelten Dämmstoffen gefüllte Mauerziegel. Aber nicht nur die Produkteigenschaften auch die Herstellungstechnologien haben sich in hohem Maße weiterentwickelt. Daher ist die Ziegelindustrie einem intensivem Strukturwandel unterworfen, der sich in hohem Innovationsdruck und starken Konzentrationsprozessen widerspiegelt. Vor 100 Jahren gab es noch über 5500 Ziegeleien in Deutschland, aktuell sind es weniger als 115. Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Ehemaliges Mauerziegelwerk/Südniedersachsen (2011)
Ehemaliges Mauerziegelwerk/Südniedersachsen (2011)
Großformatdachziegel/Magdeburger Börde (2014)
Großformatdachziegel/Magdeburger Börde (2014)
Moderne Klinkerfassade/Feldhaus Klinker (vor 2009)
Moderne Klinkerfassade/Feldhaus Klinker (vor 2009)
 

Kein Wunder, dass sich dieser Prozess auch signifikant in der Art der eingesetzten Rohstoffe widerspiegelt. Längst vorbei sind die Zeiten des Monoversatzes. Komplexe und oft sogar diametrale Anforderungen, wie geringe Scherbenrohdichte bei gleichzeitig hoher Druckfestigkeit, oder geringe Wasseraufnahme bei gleichzeitig hoher Feuerstandsfestigkeit lassen sich nur durch intelligente Rohstoffkombinationen überbrücken.

Tonverladung/Ibbenbürener Karbonscholle (2013)
Tonverladung/Ibbenbürener Karbonscholle (2013)
Blockziegel-Herstellung/Hoher Fläming (2012)
Blockziegel-Herstellung/Hoher Fläming (2012)
Feuerstandsfeste Klinkertone/Osnabrücker Land (2008)
Feuerstandsfeste Klinkertone/Osnabrücker Land (2008)
 

Doch damit nicht genug. Die Genehmigungen für den Abbau der Rohstoffe werden immer schwieriger. War es früher nur die Gelbbauchunke, die ganze Abgrabungsverfahren zum kippen brachte, sorgt heute die europäische Naturschutzrichtlinie Natura 2000 für ein komplexes Netz von Restriktionen. Und spätestens seit der Einführung der Leitinitiative für ein ressourcenschonendes Europa wird klar, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Vor dem Hintergrund einer prognostizierten Weltbevölkerung von 9 Milliarden Menschen im Jahr 2050 und des weltweit rasant ansteigenden Rohstoffverbrauchs lautet die zentrale Forderung: „Drastische Einsparung von primären Ressourcen bei gleicher Wirtschaftsleistung.“ Auf nationaler Ebene soll das neue Deutsche Ressourceneffizienzprogramm die Umsetzung der ambitionierten Ziele gewährleisten.

Naturschutzgebiet Weltenburger Enge/Altmühltal (2011)
Naturschutzgebiet Weltenburger Enge/Altmühltal (2011)
Biotop ehemalige Ziegeleitongrube/Transsilvanien (2008)
Biotop ehemalige Ziegeleitongrube/Transsilvanien (2008)
Schlammteich/Nordhessisches Bergland (2007)
Schlammteich/Nordhessisches Bergland (2007)
 

In Anbetracht dieser Entwicklung stellt sich für die Ziegelindustrie die spannende Frage, wie eine partielle Abkopplung von der primären Rohstoffbasis aussehen könnte. Treten Tonminerale nur in ausgewiesen Tonvorkommen oder auch in anderen Lagerstätten auf? Gibt es anthropogene Rohstoffquellen, die primäre Ziegeltone bei gleichbleibender Produktqualität ersetzen können? In welcher Menge und Kontinuität stehen diese Stoffe zur Verfügung? Kann der Einsatz vielleicht sogar mit technischen oder monetären Vorteilen verbunden sein?

Kiessand vor der Wäsche/Burgenlandkreis (2007)
Kiessand vor der Wäsche/Burgenlandkreis (2007)
Filterkuchen aus der Kieswäsche/Burgenlandkreis (2006)
Filterkuchen aus der Kieswäsche/Burgenlandkreis (2006)
Wasser-Feststoff-Recyclinganlage/Burgenlandkreis (2007)
Wasser-Feststoff-Recyclinganlage/Burgenlandkreis (2007)
 

Nachfolgend möchten wir Ihnen anhand von ausgesuchten Praxisbeispielen mögliche Ansätze aufzeigen. Wir präsentieren Ihnen feinteilige Rohstoffpotenziale, die bei der Aufbereitung und Gewinnung von Steinen und Erden in nennenswerter Menge freigesetzt werden.

Dank gilt den Rohstofflieferanten, die keine Investitionen scheuen, um Reststoffe in Rohstoffe zu verwandeln. Und besonders den Ziegelproduzenten, die unsere Rohstoffkonzepte schon heute technisch umsetzten und damit erfolgreich in die Praxis überführen. Als kreative Vorreiter mit einer rohstoffeffizienten Unternehmensstrategie leisten diese Werke einen wertvollen Beitrag zur Schonung primärer Ressourcen und damit gleichzeitig zu einem hohen Ansehen der Ziegelindustrie in der Öffentlichkeit.

Preisverleihung am 04.12.2014 in Berlin (Foto BGR/Uppenkamp)
Preisverleihung am 04.12.2014 in Berlin (Foto BGR/Uppenkamp)
Fachtagung in der Aula des BMWi am 04.12.2014 (Foto BGR/Uppenkamp)
Fachtagung in der Aula des BMWi am 04.12.2014 (Foto BGR/Uppenkamp)
Der Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis 2014 (Foto BGR/Uppenkamp)
Der Deutsche Rohstoffeffizienz-Preis 2014 (Foto BGR/Uppenkamp)
 

Besonderer Dank gilt auch dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie der Deutschen Rohstoffagentur, die unsere bisherigen Erfolge mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis des Jahres 2014 ausgezeichnet haben.